What if...?!

Was wäre, wenn wir Dinge beeinflussen könnten, nachdem sie passiert sind?

Table Read

Hallo Schatz! - Scheiße, war das heute?!

Bevor die erste Klappe fällt trifft sich das Produktionsteam mit der gesamten Cast und liest das Drehbuch inklusive Regieanweisungen durch um ein Gefühl dafür zu bekommen und aufkommende Fragen frühzeitig klären zu können. Die meiste Arbeit für das Team ist bis dahin schon getan (Drehbuch schreiben, Pläne machen, Casting der Darsteller, Genehmigungen und Equipment organisieren,..), aber für die Darsteller ist das meist das erste Treffen und muss entsprechend harmonisch geführt werden (schließlich hockt man dann tagelang während der Dreharbeiten aufeinander und auch erfahrene Schauspieler brauchen etwas Anlaufzeit miteinander bevor man ihnen ihre Rollenbeziehungen abnimmt).

Das Regieteam trifft sich schon am Sonntag, um sich auf die Drehphase einzustimmen (und mal wieder richtig ausgiebig zu schnacken, immerhin waren 2 Monate Semesterferien..). Montag geht es dann über Maximiliansau (der Homebase) nach Karlsruhe in den Copyshop. Das Drehbuch und die Skripte für die Cutter und die Continuity wollen vor Drehbeginn gedruckt werden. Diverse andere Kleinigkeiten (unter anderem letzte Änderungen am Drehbuch selbst) werden vorher in der Innenstadt erledigt und das schon gut gefüllte Auto wird noch voller. Für die gesamte Drehzeit steht genau ein Opel zur Verfügung um Kamera-, Ton- und Lichtequipment zu organisieren. Außerdem transportiert er die Crew und teilweise auch noch die Darsteller.

Beim Table Read selbst ist das oberste Gebot logischerweise Anwesenheit. Bei einer No Budget Produktion kann man das jedoch nicht unbedingt erwarten und so sitzen wir (Regisseurin, Regieassistentin und Aufnahmeleiter) mit den fünf teils verspäteten Castmitgliedern um einen Konferenztisch der für die Hauptcast ausgelegt ist und somit ziemlich leer wirkt. Die Kopierorgie und die Beschaffung des halben Equipments sorgt beim Regieduo für eine Punktlandung, Stau und Arbeitszeiten für Verspätungen bei der Cast, Krankheit und Klassenfahrten für Ausfälle, aber mit großzügig auf die Anwesenden verteilte Rollen (klar, dass die Regieassistenten ungefähr die Hälfte des Sprechtextes zu übernehmen hatte) ist nicht nur ein Durchlauf möglich, sondern auch eine sich anschließende kurze gesellige Runde bei Schokolade, Wasser, Bier und Colamix.

Der Teil der Hauptcast der unentschuldigt nicht erscheint wird dann von seiner Rollenfreundin angerufen (die er bis dahin nicht kannte) und telefonisch in den ersten großen Beziehungsstreit verwickelt, sehr zur Erheiterung der Anwesenden. Letztendlich ist dann aber nicht mehr als ein kurzes Beschnuppern drin, denn Dank spontaner Ausfälle bei den Motiven (die Drehorte) muss noch eine Wohnung in Karlsruhe besichtigt werden – ein voller Erfolg, aber auch sehr zeitaufwendig und so war nicht viel mit Schlaf in dieser Nacht (ein Vorgeschmack auf den Rest der 1. Drehphase). Außerdem wird das 1. Ernährungsklischee von Touring Companies und Crews on the Road bestätigt: Wir essen Hamburger und Pommes im Drive In während wir auf die Mieterin der Wohnung warten.